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7. November 2018 - Einbau einer 4 Kanal Vollluftfederung bei Goldschmitt Walldürn

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Vorab, meine Erfahrungen beziehen sich im Vergleich auf das vorher vorhandene Fahrwerk als 4,8 Tonner. Ausgerüstet war der Alpa ab Werk mit verstärkten Goldschmitt-Schraubenfedern an der Vorderachse, sowie Zusatzluftfedern an der Hinterachse. Außerdem mit Goldschmitt-Aluminiumfelgen mit tragfähigen Reifen (Lastindex 121).

Insgesamt rund 5.000 Kilometer konnte ich Erfahrungen mit der Vollluftfederung sammeln. Auf Autobahnen, mit vielen Baustellen und Brücken, stellte sich heraus, Querrillen und holprige Straßenbeläge werden ein wenig besser "weggebügelt". Ein leichtes Nachfedern ist zu spüren, eine Sänfte ist das Fahrwerk allerdings nicht geworden, Bodenwellen sind noch immer gut zu spüren. Insofern hatte ich mir von der teuren Umrüstung mehr versprochen, der Unterschied des Fahrkomforts zu der oben beschriebenen Ausrüstung ist gering. Aufällig ist ein deutliches schwanken des schweren Aufbaus bei Lastwechsel, wie zum Beispiel bei einem schnellen Spurwechsel.

Streckenweise habe ich den Funktion "Sport" aktiviert, das Fahrwerk wird damit ein wenig abgesenkt. Einen Unterschied zu der Normalstellung konnte ich nicht feststellen, eventuell eine Idee härter. Ob sich die leichte Reduzierung des Luftwiderstandswert bei Geschwindigkeiten bis 100 km/h auswirkt? Ich glaube eher nicht, vielleicht bei 3,5 Tonnern, die schneller fahren dürfen.

Ein kleines Highlight ist die automatische Niveauregelung auf dem Stellplatz, wie auch die Funktion achsweise zu wiegen, klappt prima.

Beschreibung Goldschmitt: "Der technisch hochwertigere, jedoch auch aufwendigere Luftfedertyp ist die Vollluftfederung. Wie der Name Vollluftfeder schon sagt, wird die serienmäßige Stahlfederung bei der Montage komplett entfernt und durch flexible Luftfederelemente ersetzt. An Vorder- und/oder Hinterachse kommen großvolumige Luftbälge zum Einsatz, die über eine ausgeklügelte Niveauregelung vollautomatisch gesteuert werden. Mit der serienmäßigen Luftfedersteuerung AirDriveControl® können außerdem viele vorgespeicherte Programme und Fahrzeugpositionen angesteuert werden. So lässt sich beispielsweise ein geparktes Reisemobil auf Knopfdruck waagrecht ausrichten oder seitlich neigen, wenn der Abwassertank entleert werden muss. Sogar die Achslasten Ihres Fahrzeugs lassen sich mit Hilfe der AirDriveConrol® ermitteln. Darüber hinaus erhalten Sie einen einzigartigen Fahrkomfort." Text Goldschmitt

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!

Der Montagetermin in Walldürn lief professionell ab, eine Einweisung und los ging es mit einer Probefahrt, soweit alles gut. Zuhause stellte ich fest, dass Mobil sank innerhalb von 24 Stunden auf der linken Seite deutlich ab. In Kontakt mit Goldschmitt und Vorgaben wurde der Speicher über das Bedienteil ausgelesen, dann war klar, da stimmte was nicht. Bei einem Termin in Polch (für mich deutlich näher) wurde ein Y-Stück der Luftleitungen ausgetauscht, da war was undicht. Ich blieb noch eine Nacht um sicher zu gehen, passte soweit. Wieder Zuhause, nach zwei Tagen, das Mobil hing jetzt rechts deutlich tiefer. Wieder das Spielchen, Speicher auslesen, klären. Ein neuer Termin war schwierig, der Werkstattleiter in Walldürn war erkrankt, schließlich ein neuer Termin in Walldürn. Dort wurde festgestellt, eine der hinteren Luftfedern war undicht, sicherheitshalber wurden beide ausgetauscht, um eine mangelhafte Charge auszuschließen. Mein Aufwand wurde noch akzeptabel vergütet. Soweit alles gut.

Dann im Mai 2019 in Frankreich ein Totalausfall der Luftfeder, keine Bedienung mehr möglich. Trotz intensiver telefonischer Fehlersuche mit einem Goldschmitt Mitarbeiter und Ersatzteilversand war eine Fahrt im abgesenktem Modus vom Elsass nach Walldürn erforderlich. Der Fehler wurde behoben, ein Software Update wurde gemacht. Verwunderlich, die Erstmontage der Elektrik in Walldürn erfolgt nicht so, wie es eigentlich von Goldschmitt vorgegeben war, was zu Irritationen bei der telefonischen Fehlersuche führte. Ärgerlich war, in Polch wurde ich vor der Tour abgewiesen, man war nicht bereit den den erforderlichen Software Update kurzfristig durchzuführen.

Nach weiteren rund 1.800 Kilometern Erfahrungen im August/September 2019, der Kompressor läuft relativ oft, insbesondere wenn man nach einer Übernachtung die Zündung an macht. Wenn am Vorabend "grün" nivelliert wurde, wird oft nach etwa 20 Stunden wieder "rot" angezeigt. Das deutet auf eine Undichtigkeit hin? Außerdem kommt das Aufschaukeln, wenn man an einer Ampel auf der Bremse steht, immer wieder mal vor. Das sollte eigentlich mit dem letzten Software Update reduziert werden. Der doch schwere und hohe Aufbau hat mit der Vollluftfederung bei schnellem Spurwechsel spürbar geschwankt, da war ein beherztes Gegensteuern erforderlich.

Wie auch immer, Goldschmitt hat am 8. Oktober 2019 in Walldürn einen Rückbau auf verstärkte Schraubenfedern an der Vorderachse und Zusatzluftfedern an der Hinterachse vorgenommen, der Kaufpreis wurde erstattet. Thema erledigt.

Rund 1.500 Kilometer nach der Umrüstung, wieder verstärkte Goldschmitt-Schraubenfedern an der Vorderachse, sowie Zusatzluftfedern an der Hinterachse: Das Fahrwerk ist wieder straffer (angenehmer), nur bei Bodenwellen ein wenig härter. Kein Aufschaukeln mehr, weniger Neigung in Kurven und bei schnelleren Spurwechsel. Das automatische Nivellieren vermisse ich ein wenig, denn das klappte ganz ordentlich im Rahmen der Federwege. Aber ging ja rund 40 Jahre auch ohne.

Bernd Loewe

Vorderachse höchste Position

Vorderachse niedrigste Position

Automatisches Niveau wurde erreicht

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